Horizontales Richtbohren (HDD) ist eine der gebräuchlichsten Methoden, um neue Versorgungsleitungen in einer bestehenden Nachbarschaft zu installieren. Diese Technik reduziert Oberflächenstörungen, erhöht die Installationsgeschwindigkeit und verringert die Umweltbelastung. Damit Bohrer ihre Leitsysteme nutzen können, müssen sie zunächst die Tiefe und Position aller Versorgungsleitungen auf ihrem geplanten Pfad kennen. In einem großen Teil einer Metropolregion wurden neue Glasfaserleitungen installiert. Als primäre Installationsmethode für das Entwicklungsprojekt wurde die Festplatte ausgewählt. Alle erforderlichen Genehmigungen wurden eingeholt und die Versorgungsleitungen lokalisiert, bevor das Bohrteam mit der Arbeit begann.
Challenges
Die Bohrinstallation begann und alles verlief nach Plan, als ein heftiger Regensturm das Projekt um einige Tage verzögerte. Als die Besatzung zum Einsatzort zurückkehrte, bemerkte sie ein kleines Erdfallloch, wo ihre Bohrarbeiten eine Fahrbahn gekreuzt hatten. Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Besatzung eine Regenwasserkanalleitung durchbohrt hatte, von deren Existenz sie nichts wusste. Es gab keine Aufzeichnungen über dieses Rohr und seine nichtmetallische Zusammensetzung machte es gemäß dem Standardortungsverfahren für Versorgungsunternehmen zu einem „nicht lokalisierbaren“ Rohr.
Lösung
Ein örtliches Serviceunternehmen mit Erfahrung im Bereich Bodenradar (GPR) wurde beauftragt, das Risiko eines erneuten Auftretens eines solchen Problems zu verringern. GPR kann Versorgungsleitungen lokalisieren, die traditionell als nicht ortbar gelten, einschließlich nichtmetallischer Rohre wie Regenwasserkanäle. Es kann effektiv sowohl die horizontale Position als auch die Tiefe der betreffenden Versorgungsleitung bestimmen. Beide Informationen waren von grundlegender Bedeutung, um es den Bohrern zu ermöglichen, einen weiteren Angriff zu vermeiden.
Später im Projektverlauf musste das HDD-Team einen Block weiter dieselbe Straße überqueren. Der GPR-Auftragnehmer wurde hinzugezogen. Mithilfe des LMX200™ GPR-System, nutzte er ein einfaches Linienscanmuster, um die Regenwasserleitung zu lokalisieren. Nach einer ersten Erkundung des Gebiets mit dem GPR wurde das Rohr entdeckt. Um den Standort der Versorgungsleitung zu bestätigen, wurden drei Linien senkrecht zur Versorgungsleitung verlegt. Sobald die allgemeine Position des Rohrs klar war, führte das GPR-Ortungsgerät einen Scan an der Oberseite des Rohrs durch, um seine Position und Tiefe zu überprüfen.
Ergebnisse
Die drei senkrecht zum Rohr aufgenommenen Linienscans zeigen das Abwasserrohr deutlich als Hyperbel (Abbildung 1), die typische Reaktion, die man erhält, wenn man ein Rohr in oder nahezu einem senkrechten Winkel kreuzt. Die Hyperbel auf jeder Linie war etwas tiefer als die letzte, was darauf hindeutet, dass das Rohr im Boden geneigt war. Die Tiefe reichte von 1.2 m bis 1.7 m. Die parallele Linie (Abbildung 2), die über dem Rohr verläuft, zeigte in den Daten eine geneigte Schicht, was die Ergebnisse bestätigte. Das Google Earth™-Bild (Abbildung 3) zeigt, wo die GPR-Leitungen verlegt wurden, sowie den vorhandenen Regenwasserkanal und den geplanten HDD-Pfad. Mithilfe der vom GPR-Ortungsgerät bereitgestellten Informationen konnte das HDD-Team den Regenwasserkanal problemlos umgehen und das Projekt wie geplant fortsetzen.








